{"id":12,"date":"2010-01-04T14:38:10","date_gmt":"2010-01-04T12:38:10","guid":{"rendered":"http:\/\/gendalus.wordpress.com\/2010\/01\/04\/sex-geschlecht-und-musik-ii\/"},"modified":"2010-01-04T14:38:10","modified_gmt":"2010-01-04T12:38:10","slug":"sex-geschlecht-und-musik-ii","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.gendalus.de\/?p=12","title":{"rendered":"Sex, Geschlecht und Musik &#8211; II"},"content":{"rendered":"<p><em>Steinkind &#8211; Larissa (P\u00fcppies) &#8211; 8\/18 (4:19)<\/em><\/p>\n<p>An sich reagiere ich sehr allergisch auf maskulinistisches Verhalten, vor allem gepaart mit einem selbstverst\u00e4ndlichen maskulinistischen Gestus. Was ich aber mag ist \u00dcbertreibung und Zuspitzung. Und das mag ich auch in Hinsicht auf M\u00e4nnlichkeit. Diese Zuspitzung und (ob gewollt kann ich nicht sagen) \u00dcbertreibung gelingt <a href=\"http:\/\/www.steinkind.com\/\" target=\"blank\"><em>Steinkind<\/em><\/a> in ihrem Titel <em>Larissa<\/em>.<br \/>\nAn sich geht es um einen Klischee-Kerl der auf Partys geht um selbstverst\u00e4ndlich Frauen abzuschleppen und ins Bett zu kriegen. Charakter spielt dabei keine Rolle, es geht um Sex, nicht mehr und nicht weniger. Der Sex ist dabei f\u00fcr ihn das Gegengewicht zu seinem &#8222;harten Job&#8220; und seinem &#8222;harten Leben&#8220;. Warum er die Frau ins Bett kriegt?? Er (Hemd, wahrscheinlich offen, Goldkette und gegelte Haare) ist sch\u00f6n und lecker, versteht sich.<br \/>\nWie sich das f\u00fcr einen Klischee-Checker geh\u00f6rt ist er nat\u00fcrlich mit seinen (schon betrunkenen) Kumpels unterwegs.<br \/>\nIn dem Song stecken zwei g\u00e4ngige Konstruktionen von M\u00e4nnlichkeit. Zum einen gehen M\u00e4nner (selbstverst\u00e4ndlich heterosexuell) auf die Jagd nach Frauen, um diese zu erbeuten. Zum anderen spielt Alkohol dabei eine wichtige Rolle, er geh\u00f6rt wie selbstverst\u00e4ndlich zum Aufrei\u00dfen, zum Feiern und zu M\u00e4nnlichkeit dazu.<\/p>\n<p>Der Alkohol hat in der Szene den gleichen Platz wie in der Mehrheitsgesellschaft. An sich ist Alkohol weit verbreitet und nicht verp\u00f6nt. Das Spektrum reicht dabei vom Feierabendbier, \u00fcber Wein (eine Besonderheit ist dabei sicherlich die gro\u00dfe Beliebtheit von Met) bis hin zu Bes\u00e4ufnissen. Alkohol geh\u00f6rt damit zur Normalit\u00e4t. Relativ un\u00fcblich ist Komasaufen.<br \/>\nDer Aufrei\u00dfer ist mir in der Form noch nicht \u00fcber den Weg gelaufen. Das k\u00f6nnte aber sehr gut mit der Gr\u00f6\u00dfe der Szene zusammenh\u00e4ngen. M\u00e4nner (wie auch Frauen) die h\u00e4ufig ihre SexualpartnerInnen wechseln w\u00fcrde doch recht schnell auffallen. Negativ w\u00fcrde das Ganze aber nur wenn dabei nicht mit offenen Karten gespielt wird. Wenn beide mit einer unverbindlichen Nacht einverstanden sind d\u00fcrfte das wohl weniger ein Problem darstellen.<br \/>\nAufrei\u00dfer genie\u00dfen aber kein gesondertes Ansehen f\u00fcr ihre &#8222;Eroberungen&#8220;.<\/p>\n<p><em>Agonoize &#8211; Objectum Sexuality (Exklusive Lustlieder Version) &#8211; 1\/18 (3:56)<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.agonoize.de\/\" target=\"blank\"><em>Agonoize<\/em><\/a> wenden sich in <em>Objectum Sexuality<\/em> einer bisher wohl wenig bekannten Spielart von Sexualit\u00e4t zu, der <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Object_sexuality\" target=\"blank\">Objektophilie<\/a>. Wie von Agonoize nicht anders zu erwarten geht es dabei mit explizitem Sprachgebrauch zur Sache.<br \/>\nObjektophilie ist, soweit ich gelesen habe, eine Form der Sexualit\u00e4t bei der an die Steller anderer Menschen, Objekte treten. Das muss aber nicht bedeuten, dass der Kontakt mit anderen Menschen eingeschr\u00e4nkt wird, im Gegenteil, es kommt zu als normal aufgefassten zwischenmenschlichen Beziehungen zu anderen Menschen, nur nicht zu sexuellen.<br \/>\nErste Objektsexuelle, die durch ihre Objektsexualit\u00e4t Aufsehen erregte war wohl <a href=\"http:\/\/www.berlinermauer.se\/\" target=\"blank\">Eija-Riitta Ekl\u00f6f-Berliner Mauer<\/a>, die die Berliner Mauer 1978 heiratete und seit dem einen Doppelnamen tr\u00e4gt. In Deutschland betreibt der 41-j\u00e4hrige Joachim eine <a href=\"http:\/\/www.objektophilia.de\/\" target=\"blank\">Webseite<\/a> \u00fcber Objektophilie und will nicht nur \u00fcber das Thema aufkl\u00e4ren, sondern sucht auch den Kontakt zu anderen Objektophilen.<\/p>\n<p><em>Mechanical Moth &#8211; Black Queen Style &#8211; 12\/18 (3:58)<\/em><\/p>\n<p>Im Titel <em>Black Queen Style<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.mechanicalmoth.de\/mp3\/rebirth\/Mechanical_Moth_-_Rebirth_-_Black_Queen_Style.MP3\" target=\"blank\">Sample<\/a>, <a href=\"http:\/\/youtube.com\/watch?v=d5xn9GAAOWc\" target=\"blank\">Musikvideo<\/a>) von <a href=\"http:\/\/www.mechanicalmoth.de\/\" target=\"blank\"><em>Mechanical Moth<\/em><\/a> wird eine bestimmte Vorstellung von Weiblichkeit konstruiert. Dabei macht es durchaus Sinn zwischen der Aussehens- und Verhaltensebene zu trennen.<br \/>\nBeschrieben wird ein Sch\u00f6nheitsideal was durchaus gro\u00dfe Verbreitung genie\u00dft. Nat\u00fcrlich geh\u00f6ren gro\u00dfe Br\u00fcste zu diesem Ideal. Wie k\u00f6nnte es auch anders sein. Weiterhin geh\u00f6ren dazu (Lack-) Stiefel, dunkel geschminkte Augen, sexy (Netz-) Strumpfhosen, lange (k\u00fcnstliche) Fingern\u00e4gel, T\u00e4towierungen, ein sexy Po und die Klassiker kurze R\u00f6cke und High-Heels (alternativ zu den Stiefeln). Das Bl\u00e4ttern in einschl\u00e4gigen Katalogen f\u00fcr Gothic-Mode zeigt, dass dieser Stil nicht aus der Luft gegriffen ist und sozusagen den Mainstream der Gothic-Mode darstellt. Ein Bekannter meinte w\u00e4hrend einem Gespr\u00e4ch \u00fcber Gothic-Mode von der Stange mal leicht gelangweilt: &#8222;Ich habe mittlerweile echt genug h\u00fcbsche Frauen gesehen&#8220;, womit er seinen Unmut \u00fcber diese durchstandartisierte Modevorstellung zum Ausdruck bringen wollte.<br \/>\nInteressant ist, dass dieser Kleidungsstil direkt mit einer bestimmten Art von Frau gleichgesetzt wird, der Frau mit der &#8222;bitch desease&#8220;. Gemeint ist der M\u00e4nner (oder auch gern Frauen) mordende Vamp, der sich zu Partys in Schale wirft um sich einen One-Night-Stand zu organisieren. Die Handlungen sind dabei k\u00fchl berechnet, der Ruf eh schon ruiniert und an Emotionen besteht kein Interesse.<br \/>\nAn sich stellt sich f\u00fcr mich hier die Frage, warum der eh schon sexuell aufgeladene Kleidungsstil, noch zus\u00e4tzlich mit dem Bild einer (krankhaften) Schlampe verbunden wird. M\u00f6glicherweise geht es nur darum die eigene Reduktion der Frauen (mit diesem Outfit) auf ein Sexualobjekt zu rechtfertigen. Das aufreizende Outfit wird dann zur Entschuldigung daf\u00fcr, dass diese Frauen verobjektiviert werden und damit eigentlich auch selbst Schuld sind, wenn sie entsprechend angegafft oder behandelt werden. Die Verantwortung f\u00fcr das eigene (sexistische) Verhalten kann damit wunderbar externalisiert werden. Schade eigentlich, dass mensch sich hier nicht unabh\u00e4ngig vom Outfit auf einer unvoreingenommenen, gleichberechtigten Ebene begegnet.<br \/>\nAu\u00dferdem dachte ich, dass frau irgendwann alt genug ist um \u00fcber ihre Sexualit\u00e4t frei, selbst zu bestimmen, so dass die Trennung zwischen Sexualit\u00e4t und Emotionalit\u00e4t\/Liebe m\u00f6glich wird ohne dass frau gleich zur Schlampe wird.<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_12 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_12')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_12').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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