{"id":43,"date":"2010-05-13T19:51:32","date_gmt":"2010-05-13T17:51:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gendalus.de\/?p=43"},"modified":"2010-05-13T19:51:35","modified_gmt":"2010-05-13T17:51:35","slug":"anders-sein-oder-eben-nicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.gendalus.de\/?p=43","title":{"rendered":"Anders sein oder eben nicht"},"content":{"rendered":"<p>Das Anders-Sein geh\u00f6rt f\u00fcr mich zur Gothic-Electro-Szene dazu. Nicht nur, dass es f\u00fcr mich pers\u00f6nlich etwas f\u00fcr sich hat, von gesetzten Normen abzuweichen und etwas andere M\u00f6glichkeiten auszuprobieren. Es geh\u00f6rt auch zum weit verbreitetem Selbstverst\u00e4ndnis vieler innerhalb der Szene. Das was durch den Mainstream (wobei der Mainstream immer wieder unterschiedlich wahrgenommen werden kann) und bestimmte andere Szenen (wie zum Beispiel die Hip-Hop-Szene als gesetzte Normen vorgelebt wird, kann als Referenzfolie f\u00fcr Andersartigkeit dienen.<\/p>\n<p>Homophobie, (Hetero-)Sexismus, klischeehafte bis naturalisierte Vorstellungen von M\u00e4nnlichkeit und Weiblichkeit sind weit verbreitete Ph\u00e4nomene der Mehrheitsgesellschaft. Aus einer kritischen Perspektive w\u00fcrde es sich also anbieten, dass sich eine Szene die sich auch \u00fcber Andersartigkeit definiert gegen diese Ph\u00e4nomene des konstruierten Mainstreams wendet. Also nicht nur anders als der bl\u00f6de Hip-Hopper und die oberfl\u00e4chlichen Leute aus dem Mainstream, sondern dezidiert antisexistisch, antirassistisch, antihomophob und generell offen f\u00fcr eine differente Lebensweise. Das m\u00fcsste nicht zwangsl\u00e4ufig zu einer Homogenisierung der Lebensentw\u00fcrfe f\u00fchren, sondern k\u00f6nnte weiterhin Differenzen und Widerspr\u00fcche zulassen, sogar herausfordern. Eine angenehme Vorstellung wie ich finde.<\/p>\n<p>Leider ist diese Vorstellung eben doch nur eine Vorstellung und keine gelebte Realit\u00e4t. Immer wieder ist es eben eine eher oberfl\u00e4chlich verstandene Andersartigkeit, die sich an Musik und und Kleidung festmacht, an mehr aber nicht. Daf\u00fcr drei Beispiele:<\/p>\n<p><strong>Frau als Werbeplattform<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr das bevorstehende <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wave-Gotik-Treffen\">WGT<\/a> sucht die Band <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/ext1ze\">Ext!ze<\/a> sogenannte Ext!ze-Girls, die f\u00fcr ihre auf dem WGT erscheinende EP &#8222;Gothic Pussy&#8220; Werbung machen. Bewerben kann sich frau auch zusammen mit den Freundinnen. Als Lohn f\u00fcr die Selbstvermarktung gibt&#8217;s ein T-Shirt und die Ehre mit der Band Party machen zu d\u00fcrfen. Warum sich keine als m\u00e4nnlich angerufenen Personen bewerben d\u00fcrfen d\u00fcrfte klar sein, nicht zuletzt aufgrund des EP-Namens.<\/p>\n<p><strong>Heterosexuelle Matrix<\/strong><\/p>\n<p>Das Projekt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nachtmahr_(Band)\">Nachtmahr<\/a> hat eine neue Scheibe herausgebracht, Titel: M\u00e4dchen in Uniform. Den namensgebenden Titel gibt es auf der <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/nachtmahrprojekt\">Myspace-Seite<\/a> zu h\u00f6ren. An sich gibt der Titel einen guten \u00dcberblick \u00fcber das was oberfl\u00e4chliche Andersartigkeit ausmachen kann.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Mein Geschmack f\u00e4llt aus der Norm, ich steh&#8216; auf M\u00e4dchen in Uniform&#8220; &#8211; Nachtmahr &#8211; M\u00e4dchen in Uniform<\/p><\/blockquote>\n<p>Sicherlich weicht der uniformierte Kleidungsstil von bestimmten gesellschaftlichen Normen ab, sicher ist es noch (immer) was anderes, wenn gerade Frauen Uniformen tragen. Aber was \u00e4ndert sich eigentlich wenn ein m\u00e4nnlicher Interpret ein Begehren auf eine Frau in Uniform richtet. An sich bleibt alles im Rahmen der Heterosexualit\u00e4t und stellt damit ausschlie\u00dflich modische Konventionen in Frage. Ein &#8222;aus <strong>der<\/strong> Norm&#8220;-Fallen klang f\u00fcr mich vielversprechender.<\/p>\n<p><strong>Homophobie<\/strong><\/p>\n<p>Gerade hat jemand aus meinem Freundeskreis Feuer gegeben bekommen, kommt die Bemerkung: &#8222;Das war aber eine nette Schwuchtel&#8220;. Auf mein Entsetzen hin: &#8222;Wie das ist doch keine Beleidigung&#8220;.<br \/>\nAndersartigkeit bedeutet f\u00fcr mich in diesem Zusammenhang zweierlei. Zum einen ist anders sein wenn ich auf meine Sprache achte. Wenn ich darauf achte, dass ich potentiell keine unbeabsichtigten Ausschl\u00fcsse produziere und vor allem, dass ich keine Menschen beleidige. Auch dann nicht, wenn die betreffende Person schon vorbei ist.<br \/>\nZum anderen geh\u00f6rt f\u00fcr mich dazu andere Leute nicht aufgrund von einem bestimmten Aussehen in irgendeine Schublade zu stecken. Zumindest nicht was u.A. das Begehren angeht. Zum einen steht mir kein Urteil zu, zum anderen interessiert es mich auch nur eher am Rande. Toleranz war eigentlich mal ein konstitutives Element der Szene und f\u00fcr mich geh\u00f6rt Unvoreingenommenheit auch dazu.<\/p>\n<p>Hoffentlich wird Toleranz wieder zu dem was sie war. Von Bedeutung.<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_43 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_43')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_43').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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