{"id":169,"date":"2011-11-01T18:21:41","date_gmt":"2011-11-01T17:21:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gendalus.de\/?p=169"},"modified":"2013-10-06T17:26:28","modified_gmt":"2013-10-06T15:26:28","slug":"weldinggate-als-befreiungsschlag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gendalus.de\/?p=169","title":{"rendered":"weldinggate als Befreiungsschlag"},"content":{"rendered":"<h1>Wie alles begann<\/h1>\n<p>Die Situation die mich gerade sehr besch\u00e4ftigt beginnt in meinem Wahrnehmungsbereich in dem Moment, in dem \u00fcber Twitter der Link zu einem <a href=\"http:\/\/www.noahsow.de\/blog\/2011\/10\/27\/festival-du-racisme-in-fulda\/\">Blogpost<\/a> reinkommt. Verfasst von <a href=\"http:\/\/www.noahsow.de\/blog\/biografie\/\">Noah Sow<\/a>. Deren Lesung ich in Gie\u00dfen leider verpasst habe. Ich las den Text und dachte mir die ganze Zeit abwechselnd &#42;WTF&#42; und &#42;facepalm&#42;. Ja, es k\u00f6nnen bei Veranstaltungen Sachen schief laufen. Das an sich ist dann auch noch kein Problem. Es scheint aber von den OrganisatorInnEn entweder niemand im Caf\u00e9 gewesen zu sein, um die Location mal abzuchecken, oder niemand st\u00f6rte sich an dieser Lampe und\/oder erkannte, dass diese Lampe ein no-go, nicht nur in diesem Zusammenhang, ist. Alle drei M\u00f6glichkeiten lassen unterschiedliche Schl\u00fcsse zu, die ich an der Stelle nicht vertiefen will. Jedenfalls w\u00e4re das ein Umstand gewesen, der locker vermieden h\u00e4tte werden k\u00f6nnen; mit ein wenig sensibler Vorbereitung.<\/p>\n<p>Der zweite, zeitlich davor liegende Punkt, ist die Unkenntnis, was hinter PoC steckt. Dass das Wissen darum nicht Usus ist, halte ich im \u00dcbrigen nicht f\u00fcr eine g\u00fcltige Entschuldigung, sondern f\u00fcr ein Symptom. Denn es zeigt, dass die Auseinandersetzung mit Rassismus im Alltagsdiskurs nicht sonderlich differenziert ist. In der BRD verstehen wir mehrheitlich unter Rassismus eben die Einteilung in sogenannte Rassen und\/oder die Diskriminierung von Menschen, denen zugeschrieben wird keine Deutschen zu sein (in der Alltagssprache dann Ausl\u00e4nder, Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund). Neben dem was im Alltag unter Rassismus verstanden wird, gibt es aber noch viele weitere rassistische Verh\u00e4ltnisse in unserer Gesellschaft. Diese sind in der Betrachtung meist ausgeschlossen. Was Rassismus ist und was nicht ist auch nicht unumstritten. So gab es bei der Frage, ob Sinti und Roma Entsch\u00e4digungen f\u00fcr das w\u00e4hrend der Nazi-Zeit erlittene Unrecht zusteht keine Einigkeit. Es wurde gestritten ob die Verfolgung von Sinti und Roma rassistisch motiviert war (wobei es f\u00fcr mich gar keinen Zweifel daran gibt).<br \/>\nRassistische Verh\u00e4ltnisse sind vielf\u00e4ltig. Die Unkenntnis \u00fcber den Begriff PoC ist dann nichts weiter als ein Symptom f\u00fcr einen verk\u00fcrzten Diskurs, f\u00fcr eine unzureichende Auseinandersetzung mit dem Thema (durch uns alle).<\/p>\n<p>Der Beitrag von Noah Sow endet mit dem Aufruf:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Aufruf:<br \/>\n  &#8211; Liebe wei\u00dfe Antiras und Organisator_innen des Festival Contre Le Racisme in anderen St\u00e4dten!<br \/>\n  Bitte erkl\u00e4rt diesen Menschen, was ihr Problem ist, denn ich bin zu m\u00fcde dazu und muss mich damit besch\u00e4ftigen, den Terror zu verdauen.<br \/>\n  Bitte erkl\u00e4rt doch auch pr\u00e4ventiv dazu, warum die AStA meine Fahrt und \u00dcbernachtung trotzdem bezahlen muss. (<a href=\"http:\/\/www.noahsow.de\/blog\/2011\/10\/27\/festival-du-racisme-in-fulda\/\">Quelle<\/a>)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dem Aufruf folgt unter anderem <a href=\"https:\/\/twitter.com\/#!\/lantzschi\">@lantzschi<\/a>. Ihr Beitrag dazu <a href=\"http:\/\/medienelite.de\/2011\/10\/28\/to-whites-it-should-concern\/\">hier<\/a>. Da es in der weiteren Auseinandersetzung nicht wirklich um den Inhalt des Beitrags geht, sondern mehr um @lantzschi als Person und alle Personen f\u00fcr die sie zu stehen scheint, werde ich auf den Beitrag nicht weiter eingehen.<\/p>\n<h1>Die Reaktion<\/h1>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag erscheint unter dem Titel &#8222;Im Herzen die Wei\u00dfeste von Allen&#8220; ein <a href=\"http:\/\/www.malte-welding.com\/2011\/10\/29\/im-herzen-die-weiseste-von-allen\/\">Post<\/a> bei Malte Welding. Der erste Beitrag, den ich von ihm gelesen habe. Und da war wieder dieses Gef\u00fchl zwischen &#42;WTF&#42; und &#42;facepalm&#42;. Und zwar weil der Post einmal richtig ins Internet kotzt, sich \u00fcber geschlechtersensible Sprache lustig macht, versucht @lantzschi pers\u00f6nlich zu diskreditieren (eben anstatt sich mit der Position auseinander zu setzen) und das alles in einem herrschaftlichen Ton, der f\u00fcr mich am Ende sagt: Ich &#8222;habe halt einen Privilegienpenis und bin wei\u00df wie Schnee.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.malte-welding.com\/2011\/10\/29\/im-herzen-die-weiseste-von-allen\/\">Quelle<\/a>) Und das kann ich sein, denn ich habe deswegen nicht nur keine Nachteile, sondern auch noch Vorteile, HA!!<\/p>\n<p>Besonders beachtlich finde ich dabei die Passage:<\/p>\n<p>&#8222;Da l\u00e4dt jemand eine Autorin ein, hat das Caf\u00e9, in dem gelesen wird, vorher nicht untersucht, und kennt die Abk\u00fcrzung des in Deutschland nicht besonders \u00fcblichen Begriffs People of Color nicht: und wird daf\u00fcr hingestellt, als h\u00e4tte sie das Dritte Reich mit Gaskammern beliefert.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.malte-welding.com\/2011\/10\/29\/im-herzen-die-weiseste-von-allen\/\">Quelle<\/a>)<\/p>\n<p>Erstmal wird die Erfahrung von Noah Sow als unbedeutend, eine Lappalie hingestellt. Von einer Person, die nicht wissen kann wie es ist in dieser Situation ist. Ich kann auch nicht wissen, wie es in dieser Situation ist. Das ist genau der Grund warum ich diese Erfahrung nicht in Abrede stelle und in Abrede stellen w\u00fcrde. Was hier passiert ist nichts weiter als die Reproduktion von Machtverh\u00e4ltnissen; ein wei\u00dfer Mann, der meint eine Situation, in der er nicht zugegen war und dessen Auswirkungen auf die Beteiligten er nicht verstehen kann(!) (und dass er sie nicht verstehen kann ist kein Vorwurf, sondern eine Tatsache), besser beurteilen zu k\u00f6nnen als eine der beteiligten Personen. Er sagt: Im Prinzip ist&#8217;s ja nicht so schlimm gewesen\u2026<\/p>\n<p>Dann wird auch noch die massenhafte, industriell organisierte Vernichtung von Menschenleben (in der Umgangssprache\u00a0als Holocaust bezeichnet, obwohl unter anderen auch Sinti und Roma vernichtet wurden) als Gegenpol eingebracht. Diese soll im Satz den Gegenpol bilden, zu dieser doch total nichtig erscheinenden, also gar nicht erw\u00e4hnenswerten Episode. Aber das ist nichts weiter als billigste Effekthascherei. Der Satz, kurz vor Ende des Artikels, soll am Ende noch einmal richtig reinhauen. Und da ist sich Malte Welding nicht zu schade auch noch den Holocaust aufzurufen. Das finde ich unglaublich sch\u00e4big. Ich finde, dass das ein Thema ist, dem es sich mit dem n\u00f6tigen Ernst und der n\u00f6tigen Sensibilit\u00e4t zu n\u00e4hern gilt. Wer selbst dieses Thema nicht ernst genug nimmt und es einfach mal so gebraucht macht in letzter Konsequenz nichts weiter als das Thema zu verharmlosen, ob gewollt oder nicht. &#8211; Und das selbst\u00a0wenn der inflation\u00e4re Gebrauch von Nazi-Vergleichen im Netz ja schon ein Treppenwitz ist &#8211;<\/p>\n<h2>Worum es eigentlich zu gehen scheint\u2026<\/h2>\n<p>\u2026 schreibt Malte Welding sp\u00e4ter in einem Kommentar selbst: &#8222;ich bin, so sehe ich es nun einmal: nicht der Feind.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.malte-welding.com\/2011\/10\/29\/im-herzen-die-weiseste-von-allen\/comment-page-6\/#comment-8172\">Quelle<\/a>) Denn die Diskussion die sich in Kommentaren, anderen Blogs und Twitter ausbreitete, hat f\u00fcr mich den Tenor, dass endlich mal einer auf den Tisch haut und was gegen diese besserwisserische Queer-Feministische-Antirassistische-PolitischKorrekte Szene sagt. Gegen die, die immer nur meckern\u2026 Julia Seeliger dazu: &#8222;Und wenn \u201cihr\u201d (n\u00e4mlich die super-oberkorrekten-queer-post-waswei\u00dfichwas-Checker_innen) meint, dass ihr mit einem solchen Ansatz Rassismus und Sexismus in diesem Lande (und au\u00dferhalb dessen bek\u00e4mpfen) k\u00f6nnt, dann liegt ihr falsch.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.malte-welding.com\/2011\/10\/29\/im-herzen-die-weiseste-von-allen\/comment-page-2\/#comment-7978\">Quelle<\/a>) &#8222;Ich zum Beispiel. Weil ich Gurkenkaiser, Lantzschi und andere mit ihrem nervigen queer-poststrukturalismus-Gelaber nicht mehr h\u00f6ren kann, sind sie auch nicht meine B\u00fcndnispartner. Es gibt keine N\u00e4he mehr.&#8220; (ebd.) Und: &#8222;Mann, Gurkenkaiser \u2013 raffst du es nicht oder willst du es nicht raffen? [\u2026]\u00a0Sorry, aber dich kann man nur noch anranten mit deiner theoretischen Arroganz. Und das mache ich sehr gerne.&#8220; (<a href=\"http:\/\/www.malte-welding.com\/2011\/10\/29\/im-herzen-die-weiseste-von-allen\/comment-page-1\/#comment-7942\">Quelle<\/a>) Die Zitate sollen hierbei exemplarisch sein. Diese Position findet sich in vielen der Kommentare. Vielleicht nicht in der Deutlichkeit. Es scheint einen Frust zu gegeben, dass es da immer Leute (wahrgenommen aus immer der gleichen Ecke) gibt, die Kritik haben. Auch wenn das eigene Selbst einem\/einer sagt, dass mensch selbst gar nicht das Problem ist. Das ich sagt &#8222;Ich bin doch eigentlich ok. Wir wollen doch das Selbe&#8220;. Ein Gef\u00fchl was ich auch kenne.<br \/>\nAber wer hat denn gesagt, dass die Menschen die Kritik \u00e4u\u00dfern, sich f\u00fcr etwas besseres halten, arrogant w\u00e4ren, auf einem hohem Ross s\u00e4\u00dfen?? Ich habe den Eindruck, dass es sich noch immer um Abwehr handelt. Der Abwehr der Kritik, die gegen das Ich geht, das ertappt f\u00fchlt. Meine These: Dieses Unbehagen kanalisiert sich an der Stelle eben in Vorw\u00fcrfe und Unterstellungen. Denn neben dem zweiten Punkt, den ich gleich erl\u00e4utern will, war nicht viel Argumentation. @ihdl fasst, meinen Eindruck nach, passend zusammen: &#8222;Was f\u00fcr Argumente eigentlich? es geht doch nur darum zu beweisen, dass man gar nicht so schlimm ist, um sich besser zu f\u00fchlen.&#8220; (<a href=\"http:\/\/twitter.com\/ihdl\/status\/130680082770563072\">Quelle<\/a>)<\/p>\n<h2>Worum es aber auch geht\u2026<\/h2>\n<p>\u2026 ist die Verschiebung von Verantwortung. Es geht um die Frage wer hier eigentlich wem was erkl\u00e4ren muss und wer nach wessen Regeln spielen muss. Der zweite Strang der sich durch viele Postings zieht, ist die Forderung danach, dass doch bitte (f\u00fcr die kritisierte Person verst\u00e4ndlich) erkl\u00e4rt werden soll, was die Kritik gerade meint. Es scheint die Erwartungshaltung zu geben, dass wenn jemand Kritik \u00e4u\u00dfert die Person bitte auch haarklein erkl\u00e4rt was denn gerade das Problem ist, am besten sich noch daf\u00fcr kritisieren l\u00e4sst, was nur in Ausnahmef\u00e4llen nicht dazu f\u00fchrt, dass am Ende die kritisierende Person die ist, die an allem Schuld sein soll.<br \/>\nSo gab es vor nicht allzu langer Zeit einen Podcast zur Gamescom, bei dem kritisch \u00fcber den Sexismus bei sog. Messebabes (also <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hostess\">Messehostessen<\/a>) gesprochen wurde. Dieses Gespr\u00e4ch war der Aufh\u00e4nger f\u00fcr ein weiteres Gespr\u00e4ch, in einem anderen Podcast mit zum Teil gleicher Besetzung,\u00a0in dem sexistischer Schei\u00df \u00fcber Messehostessen abgelassen wurde. Woraufhin es eine Beschwerde wegen eben diesem Schei\u00df gab. Darauf wurde reagiert, mit Abwehr und <a href=\"http:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=derailing%20for%20dummies&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CB0QFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.derailingfordummies.com%2F&amp;ei=HRuwTvqgDunQ4QSsh72mAQ&amp;usg=AFQjCNFmoWou4Nyuvs6A_fiMGk_VlyC5kA\">derailing<\/a>. Ein Vorwurf war, dass wenn Leute ihre Kritik nicht \u00e4u\u00dfern wollen, sie eben selbst schei\u00dfe sind. Es wurde eingefordert, dass die Personen die Kritik \u00e4u\u00dfern, auch hier bitte erstmal ihre Kritik\u00a0(konstruktiv) ausf\u00fchren sollen. Ansonsten w\u00fcrde sich mit der Problematik auch erst gar nicht weiter auseinandergesetzt.<br \/>\nIch habe es pers\u00f6nlich auch nicht versucht es zu erkl\u00e4ren und es haarklein auseinander zu nehmen, also den <a href=\"http:\/\/www.iheartdigitallife.de\/keine-baren-auf-dem-ponyhof\/\">Erkl\u00e4rb\u00e4ren<\/a> zu spielen. Das hatte f\u00fcr mich zwei Gr\u00fcnde. Ich hatte zum Einen den (pers\u00f6nlichen und ja, es kann nat\u00fcrlich alles anders gemeint gewesen sein, aber ich glaube dem Betroffenen nicht, eben wegen der benutzten Sprache &#8211; unter Anderem Getrolle) Eindruck, dass es nicht darum geht die Kritik zu bekommen, um sich damit kritisch auseinander zu setzen. Es schien f\u00fcr mich nicht darum zu gehen sich selbst zu \u00fcberpr\u00fcfen, \u00a0es schien mir darum zu gehen etwas zu bekommen was widerlegt werden kann. Denn es ist eben schwer sich von einem Vorwurf frei zu sprechen den mensch gar nicht so wirklich kennt. Zum Anderen war es diese herrschaftliche Haltung, sich nicht mit Kritik auseinanderzusetzen, wenn hier nicht nach den eigenen Regeln gespielt wird, also die Kritisierenden sich dem Verlangen f\u00fcgen die Kritik auszuf\u00fchren. Um es zu veranschaulichen, es klingt nach &#8222;Mach was ich sage, erkl\u00e4r&#8216; es mir oder ich ignoriere die Kritik. Denn ich kann es mir auch gut leisten es zu ignorieren.&#8220; Dass dann niemand bereit ist das ganze auszuf\u00fchren ist f\u00fcr mich klar, denn es w\u00fcrde gleichzeitig die Unterwerfung unter diesen gesetzten Herrschaftsanspruch (&#8222;Du erkl\u00e4rst es Mir gef\u00e4lligst&#8220;) bedeuten. Hier macht der Ton der Nachfrage eben einen gro\u00dfen Unterschied. Mit einer Nachfrage k\u00f6nnen unterschiedliche Inhalte transportiert werden. Ein interessiertes Nachfragen, welches deutlich macht, dass ein echtes Interesse an Selbstreflektion besteht ist eben was anderes als das Abfordern einer Erkl\u00e4rung. Einfach mal in die Situation versetzen und versuchen diese nachzuvollziehen.<\/p>\n<h2>Was ich gut verstehen kann\u2026<\/h2>\n<p>\u2026 ist die Tatsache, dass es total schwierig und beunruhigend ist, wenn Kritik im Raum steht, die (auch potentiell) das eigene Selbst betrifft. Es geht mir darum zu zeigen, dass ich die Situation kenne, aber durchaus andere Reaktionen m\u00f6glich sind. Ich war in der ersten Jahresh\u00e4lfte auf einer Veranstaltung (da es hier nicht um die Veranstaltung an sich, sondern um die Situation geht, lasse ich das ganze abstrakt) bei der einige Konflikte aufgebrochen sind. Die Konflikte dreh(t)en sich um sexistisches Verhalten, Dominanzverhalten, um die Frage nach Ein- und Ausschl\u00fcssen und Privilegien. Es steht der Vorwurf im Raum, dass es Sexismus gab, dass es Dominanzverhalten gab, dass das zu Verletzungen und Ausschl\u00fcssen f\u00fchrt. Und ich sa\u00df da, war entsetzt, weil ich davon nichts mitbekommen habe und ich mich fragte &#8222;Habe ich was nicht mitbekommen&#8220;, &#8222;Habe ich was nicht mitbekommen und bin deswegen nicht eingeschritten&#8220;, &#8222;Bin ich damit gemeint und wenn ja was habe ich falsch gemacht&#8220;. Mich hat das nicht nur auf dem Weg nach Hause besch\u00e4ftigt, sondern in dieser Intensit\u00e4t mindestens die gesamte darauf folgende Woche. \u00a0Mir machte vor allem zu schaffen, dass die Kritik abstrakt, nicht konkret im Raum stand. Es hat mich gefrustet und aufgeregt, nicht genau zu wissen was das Problem ist, wo ich meinen Anteil dabei habe und wie ich mich verhalten kann. Zwischenzeitlich war ich auch w\u00fctend wegen der Situation. Aber ich habe nicht bei den Kritisierenden nachgefragt, nicht verlangt, dass mir jemand erkl\u00e4rt was denn jetzt schief gelaufen ist. Auch wenn es mir schwer fiel. Der Grund daf\u00fcr, dass ich nicht nachfragte war kein Desinteresse. Ich wollte es wissen. Ich hatte aber vorher mitbekommen, dass es eben doch der einfachste Weg ist sich von anderen erkl\u00e4ren zu lassen was denn gerade falsch gelaufen ist. Es entbindet eineN selbst n\u00e4mlich davon das eigene Verhalten kritisch zu reflektieren. Und es macht doch auch einen sch\u00f6nen Anschein, dass das eigene Verhalten doch so lange ok ist, bis sich jemand beschwert. Als w\u00e4re alles in Ordnung wenn sich niemand beschwert. Aber das b\u00fcrdet eben denen, die unter dem eigenen beschissenen Verhalten leiden, die Verantwortung auf, mein Verhalten zu reflektieren, mir den Spiegel vorzuhalten. Quasi eine doppelte Vergesellschaftung dieser Personen. Und nein, ich will die Verantwortung f\u00fcr mein Verhalten niemandem anderen aufb\u00fcrden, soweit es geht.<br \/>\nIch habe mir in meinem Umfeld Personen gesucht, mit denen ich \u00fcber das ganze reden konnte, die unbeteiligt waren. Und ich habe gemerkt dass ich die Kritik aushalten kann. Ich habe gemerkt, dass es mir hilft \u00fcber mich und mein Verhalten nachdenken zu k\u00f6nnen, wenn ich eben nicht versuche einfach Kritik einzufordern. Denn diese Kritik w\u00fcrde die Betrachtung wieder nur Fokussieren und damit blinde Flecken, Leerstellen lassen. @ihdl gab zu dem Thema den richtigen &#8222;tipp: die abwehrreaktionen bei der frage, was strukturelle dominanz mit einer selbst macht, erstmal im inneren dialag durchgehen&#8220; (<a href=\"http:\/\/twitter.com\/ihdl\/status\/130936956833107968\">Quelle<\/a>).\u00a0Kritik aushalten, sich mal selbst fragen. F\u00fcr mich war es der richtige Weg im Umgang mit der Situation. Try it yourself.<\/p>\n<p>Es bleibt am Ende aber wieder vieles ungeschrieben, aber das musste ich mir auch einfach von der Seele schreiben. Nicht um mich \u00fcber jemanden zu stellen. Nicht um auf einem hohen Ross zu sitzen, sondern in der Hoffnung, dass diese beschissenen Verh\u00e4ltnisse am Ende des Tages ein wenig weniger beschissen ist. Vielleicht um ein wenig Anregung gegeben zu haben.<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_169 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_169')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_169').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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