{"id":24,"date":"2010-03-22T21:19:26","date_gmt":"2010-03-22T19:19:26","guid":{"rendered":"http:\/\/gendalus.wordpress.com\/?p=24"},"modified":"2010-03-22T21:19:26","modified_gmt":"2010-03-22T19:19:26","slug":"manner-am-rechten-rand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gendalus.de\/?p=24","title":{"rendered":"M\u00e4nner am rechten Rand"},"content":{"rendered":"<p>In der vergangenen Woche habe ich per Mail einen Link zu einem <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/07054.pdf\" target=\"blank\">Text von Thomas Gesterkamp<\/a> bekommen. In diesem Text, der bei der <a href=\"http:\/\/www.fes.de\/\" target=\"blank\">Friedrich Ebert Stiftung<\/a> in der <a href=\"http:\/\/www.fes.de\/sets\/s_gekr.htm\" target=\"blank\">Abteilung Frauen- und Geschlechterforschung<\/a> erschienen ist, setzt sich Gesterkamp mit so genannten M\u00e4nnerechtlern und deren Position(en) auseinander. Ziel der Arbeit ist es einen \u00dcberblick zu geben welche Kritik von den &#8222;M\u00e4nnerrechtlern&#8220; vorgebracht wird, wie diese einzusch\u00e4tzen ist, ob diese Kritik sich an den realen Verh\u00e4ltnissen orientiert und ob es eine Verbindung zwischen den &#8222;M\u00e4nnerrechtlern&#8220; und der rechten Szene gibt. Dabei grenzt er die rechte Szene zum einen nicht deutlich ab, macht aber klar, dass es nicht Ziel seiner Arbeit ist die &#8222;M\u00e4nnerrechtler&#8220; in eine rechte Ecke zu stellen, aus der sie vielleicht nicht bewusst kommen.<\/p>\n<p>Da ich den Artikel ziemlich interessant fand hier eine kurze Vorstellung.<br \/>\nBesonderes Interesse hat bei mir die Frage nach <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gender_Mainstreaming\" target=\"blank\">Gender Mainstreaming<\/a> geweckt. GM was in Teilen der feministischen Szene deutlich kritisiert wird, da es bipolare heterosexuelle Geschlechterbilder reproduzieren w\u00fcrde und deswegen an der Aufrechterhaltung der patriarchalen Gesellschaftsstrukturen einen Anteil hat. GM dient dieser Kritik zu Folge eben nicht dazu Geschlechterbilder aufzul\u00f6sen, sondern unterteilt die Betroffenen in M\u00e4nner und Frauen, die je eigene, an das Geschlecht gebundene, W\u00fcnsche, Bed\u00fcrfnisse und Talente haben, die es zu ber\u00fccksichtigen gilt. Dabei werde aber die Teilung der Betroffenen in M\u00e4nner und Frauen in einen institutionellen Rahmen gegossen und damit zus\u00e4tzlich festgeschrieben. GM ist also nicht der Stein der Weisen hinter den sich die gesamte Bandbreite von FeministInnEn stellt, eher im Gegenteil, es sorgt weiter f\u00fcr Debatten.<\/p>\n<p>Nun ist es aber gerade GM welches als das zentrale feministische Projekt dargestellt wird. &#8222;Den Bef\u00fcrwortern des Gender Mainstreaming werfen die Verfechter dieses grundlegenden Dualismus [gemeint ist eine nat\u00fcrliche Zweigeschlechtlichkeit] vor, eine &#8222;anthropologische Neutralisierung&#8220; anzustreben und die Fakten der Biologie zu leugnen&#8220; (Gesterkamp, 2010, S. 6). Nat\u00fcrlich sind es dann M\u00e4nner die Opfer dieser wesensfremden Behandlung werden. So ist es die Feminisierung der Bildung die dazu f\u00fchrt, dass Jungs schlechter in der Schule sind. Au\u00dferdem wird eine staatliche Umerziehung stilisiert, &#8222;die sich angeblich viel zu sehr in die Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau&#8220; (ebd.) einmischt. Ich hatte zwar den Eindruck, dass auch gerade staatliche Arrangements wieder auf eine st\u00e4rkere Anreizstruktur hin zu mehr Frauen am Herd ausgerichtet werden sollen, aber sei&#8217;s drum.<br \/>\nBisher gr\u00f6\u00dfte interpretatorische Leistung kommt aber meiner Meinung nach von Gabriele Kuby. &#8222;Letztlich, so sagt sie im Interview mit der \u201eJungen Freiheit\u201c, sei Gender Mainstreaming der letzte Schritt vor der Straflosigkeit der P\u00e4dophilie.&#8220; (Quelle: <a href=\"http:\/\/npd-blog.info\/2010\/03\/15\/kuby-sachsen-cdu-100\/trackback\/\" target=\"blank\">NPD-Blog<\/a>)<\/p>\n<p>Gelungen finde ich die angestellte Medienanalyse. Dabei wird deutlich welche (Print-) Medien sich dem Bem\u00fchen anschlie\u00dfen einen r\u00fcckw\u00e4rts gewandten Geschlechterdiskurs zu initiieren. So in &#8222;der <em>Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/em> (FAZ) wetterte ein Jahr sp\u00e4ter gleich mehrfach Volker Zastrow gegen das \u201eangewandte Kaderprinzip der feministischen Lobby\u201c, die angeblich eine \u201epolitische Geschlechtsumwandlung\u201c plane.&#8220; (Gesterkamp, 2010, S. 9) Auch der Spiegel steht in nichts nach, denn es &#8222;zeichnete Redakteur Ren\u00e9 Pfister Anfang 2007 ein d\u00fcsteres Bild autorit\u00e4rer P\u00e4dagogik, das Jungen \u201efr\u00fch zu Kritikern des eigenen Geschlechts\u201c mache.&#8220; (ebd.) Selbstreflexiver Umgang mit der eigenen Pers\u00f6nlichkeit wird also f\u00fcr M\u00e4nner als Belastung empfunden. Das bei Selbstreflektion aber auch die eigene Position im Herrschaftsverh\u00e4ltnis unangenehm anklingen kann ist nat\u00fcrlich ein Umstand der nicht zu dulden ist. Neben der FAZ, dem Spiegel sind auch der Stern, die Zeit, der Focus, die Welt, Cicero und die &#8222;rechtslastige&#8220; Junge Freiheit mit von der Partie.<\/p>\n<p>Interessant ist auch der recht kurze Abschnitt zum Dunstkreis Internet. Denn hier wird deutlicher wo die Verkn\u00fcpfungen mit der Rechten Szene sind. Zum Beispiel die Seite free-gender.de auf der sich Menschen austauschen die scheinbar Anti-Gender-Trainigs machen und auch auf dem <a href=\"http:\/\/npd-blog.info\/2009\/09\/09\/4817\/\" target=\"blank\">Fest der V\u00f6lker<\/a> zugegen waren. Bisher waren mir die Verbindungen zu nationalistischen Kreisen weniger bewusst. Gerade bei der <a href=\"http:\/\/maedchenmannschaft.net\/ihr-durchtriebenen-miesen-fotzen\/trackback\/\" target=\"blank\">Frage nach dem Umgang mit maskulinistischen Kommentaren<\/a> machte es f\u00fcr mich den Anschein als handle es sich um &#8222;einfache&#8220; Maskulinisten.<\/p>\n<p>Nun, soviel soweit. Da die Arbeit offen verf\u00fcgbar ist einfach mal selbst lesen.<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_24 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_24')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_24').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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