Beim Amphi zählen

Bei den femgeeks hat Helga den Artikel Frauen zählen! geschrieben. Dabei ging es vor allem um die Initiative, die bei 50 Prozent sammelt, wie viele Frauen an Veranstaltungen teilnehmen.

In dem Artikel verweist Helga auch auf das Musikerinnennetzwerk female:pressure, welches u.a. Frauenanteile in der elektronischen Musik visualisiert.

Vor der eigenen Türe kehren

Da habe ich mal überlegt wie das eigentlich in der schwarzen Szene so aussieht. Insgesamt würde ich wetten, dass auch in der schwarzen Szene zu einem großen Teil Musik von Typen gemacht wird. Aber das lässt sich ja abklären. Zwar kann ich das nicht für die komplette Szene überprüfen, aber warum nicht einfach mal einen Blick auf das Festival der Wahl werfen?? Also mal beim Amphi-Festival nachschauen, wer so spielt und wer bei den Acts so mitmacht.

Dabei gibt’s mehrere Probleme: die Zuordnung in zwei Geschlechter, die Kriterien für die Zuordnung, das Wissen wer bei welchem Act so dabei ist usw. Ich habe jeweils die Beschreibungsseite der Band, die Webseite der Band und/oder die Wikipediaseite der Band abgesucht um Anhaltspunkte zu finden. Je nachdem was ich gefunden habe, habe ich ein Geschlecht zugewiesen. Noch mal deutlich: Das Geschlecht der Personen, wurde von mir zugewiesen und muss mit der Realität nichts zu tun haben.

Nach meiner Zusammenstellung komme ich auf 108 Männer, 17 Frauen und drei oder vier Personen, die ich nicht zuordnen konnte. Bei angenommenen 129 Personen die auftreten kommen wir auf:

  • Männeranteil: 83%
  • Frauenanteil: 13%

Das könnte echt endlich mal besser werden…

Aufschlüsslung

Hier die genaue Aufschlüsslung. Bei Fehlern bitte verbessern.

Agonoize

  • Chris L. (m)
  • Mike J. (m)
  • Oli S. (m)

Alien Sex Fiend

  • Nic Wade (m)
  • Christine Wade (f)

A Life Divided

  • Auf dem Bild sind fünf Typen zu sehen

Atari Teenage Riot

  • Alec Empire (m)
  • Nic Endo (f)
  • CX KiDTRONiK (m)
  • Rowdy Superstar (m)

Christian von Aster

  • Christian von Aster (m)

DE/VISION

  • Steffen (m)
  • Thomas (m)

Marc Benecke

  • Marc Benecke (m)

Dunkelschön (Flash)

  • Vanessa (f)
  • Moni (f)
  • Michael (m)
  • Christian (m)
  • Nicolas (m)
  • André (m)
  • Berni (m)

Escape With Romeo

  • Thomas Elbern (m)
  • Martin Pott (m)
  • Frenzy (m)

FabrikC

  • FabrikC (Th. Berger) (m)

Faderhead

  • Faderhead (m)

Frozen Plasma

  • Felix Marc (m)
  • Vasi Vallis (m)

Funker Vogt

  • Jens Kästel (m)
  • Gerrit Thomas (m)
  • (René Dornbusch) (m)

Grendel

  • Mel Allezbleu (f)
  • S42H (Sascha Pniok) (m)
  • VLRK (JD Tucker) (m)

Phillip Boa & The Voodooclub

  • Phillip Boa (m)
  • Pia Lund (f)
  • Maik T. (m)
  • Moses Pellberg (m)
  • Toett (Detlef Götte) (m)
  • Oliver Klemm (m)

Solitary Experiments

  • Dennis Schober (m)
  • Michael Thielemann (m)
  • Steve Graeber (m)
  • Frank Glaßl (m)

Stahlmann

  • Mart (m)
  • Tobi (m)
  • AblaZ (m)
  • Niklas Kahl (m)

Suicide Commando

  • Johan Van Roy (m)

Tanzwut

  • Teufel (m)
  • Der Zwilling (m)
  • Martin Ukrasvan (m)
  • Shumon (m)
  • Pyro (m)
  • Thrymr (m)
  • Oually (m)

VNV Nation

  • Ronan Harris (m)
  • Mark Jackson (m)

Welle: Erdball

  • Hannes “Honey” Malecki (m)
  • Alf “A.L.F.” Behnsen (m)
  • Fräulein Venus (f)
  • Plastique (f)

Wesselsky

  • Alexander Wesselsky (m)

Xotox

  • Andreas Davids (m)

Alice Neve Fox

  • Elena Alice Fossi (f)
  • Kyoo Nam Rossi
  • Andrea Artusi (m)
  • Johannes Berthold (m)

Anne Clark

  • Anne Clark (f)

Ben Ivory

  • Ben Ivory (m)

Classic & Depeche

  • Lars Arnold (m)

Chrom

  • Christian Marquis (m)
  • Thomas Winters (m)

Diary of Dreams

  • Adrian Hates (m)
  • Gaun:A (m)
  • Dejan (m)
  • Torben Wendt (m)
  • Flex (m)

Die Form

  • Philippe Fichot (m)
  • Éliane P. (f)

Faun

  • Oliver Pade (m)
  • Niel Mitra (m)
  • Fiona Rüggeberg (f)
  • Rüdiger Maul (m)
  • Sonja Drakulich (f)
  • Stephan Groth (m)

Fields of the Nephilim

  • Carl McCoy (m)

Letzte Instanz

  • Holly (m)
  • Holly D. (m)
  • M. Stolz (m)
  • Benni Cellini (m)
  • Oli (m)
  • Michael Ende (m)
  • David Paetsch (m)

Icon of Coil

  • Andy LaPlegua (m)
  • Sebastian Komor (m)
  • Christian Lund (m)

Peter Heppner

  • Peter Heppner (m)

Oomph!

  • Dero Goi (m)
  • Andreas Crap (m)
  • Robert Flux (m)

Rosa+Crvx

  • Oliver Tarabo (m)
  • Claude Feeny (m)
  • Hugo Lafitte (m)
  • Benjamin Canu (m)
  • Bam
  • Rosa+Chordis
  • Juliette Bates (f)
  • Marianne Lachaux (f)

Santa Hates You

  • Peter (PS) Spilles (m)
  • Jinxy (f)

The Beauty of Gemina

  • Michael Sele (m)
  • Mac Vinzens (m)
  • David Vetsch (m)
  • Dennis Mungo (m)

Tyske Ludder

  • Claus Albers (m)
  • Olaf A. Reimers (m)
  • Ralf Homann (m)

Umbra et Imago

  • Mozart (m)
  • Freddy Stürze (m)
  • Sascha Danneberger (m)
  • Madeleine Le Roy (f)

X-RX

  • Pascal „Cyrex“ Beniesch (m)
  • Jan „Sine-x“ Teutloff (m)

3 Gedanken zu „Beim Amphi zählen

  1. ähm…und wie genau sähe eine “bessere” m/f-Quote aus und was würde sich dadurch verbessern?

  2. Naja, ich würde sagen, dass ein ausgeglicheneres Verhältnis mehrere Vorteile hätte:

    1. Frauen, die in männerdominierten Musikbereichen tätig sind würden endlich sichtbarer werden. Zum Beispiel im Industrial oder EBM-Bereich gibt es einige Frauen, die aber so gut wie nie eingeladen werden. Dafür treten dann zum hundertsten Mal die gleichen Bands auf. (Ich habe keine Probleme damit, wenn Bands öfter einen Auftritt bekommen. Ich finde es auch immer wieder gut VNV Nation oder Nitzer Ebb zu sehen, aber es geht mir darum, dass die Vielfalt, die es gibt, auch repräsentiert wird)

    2. Es würde etwas an dem Bild, was die Gothic-/Schwarze Musikszene abgibt ändern. Bisher macht es doch den Eindruck, dass Gothic Musik von allem von Männer gemacht wird. Da setzen sich viele Strukturen aus anderen Musikbereichen fort. Und wollte die Szene nicht mal ‘anders’ sein?? 😉

    3. Es könnten auch die Geschlechterbilder in der Szene mal ein wenig in Bewegung kommen. Zum Beispiel ist der EBM Bereich (auf Grund seiner Herkunft würde ich sagen) ein männlich geprägter Bereich. Gerade durch die Entwicklung im britischen und deutschen Arbeitermilieu wird dort von Männern eine bestimmte Männlichkeit inszeniert, der Bandarbeiter. Da gibt es zwei Punkte für mich. Zum einen arbeiten Frauen zum Teil auch hart am Band, so dass das Bild des Bandarbeiters als Mann irreführend ist, zum anderen sind auch viele Frauen zugeordnete Arbeitsbereiche mit harter körperlicher Arbeit verbunden, die Pflege zum Beispiel. Da wäre viel mehr Vielfalt und Interessantes drin…

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