Beim Amphi zählen

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Bei den femgeeks hat Helga den Artikel Frauen zählen! geschrieben. Dabei ging es vor allem um die Initiative, die bei 50 Prozent sammelt, wie viele Frauen an Veranstaltungen teilnehmen.

In dem Artikel verweist Helga auch auf das Musikerinnennetzwerk female:pressure, welches u.a. Frauenanteile in der elektronischen Musik visualisiert.

Vor der eigenen Türe kehren

Da habe ich mal überlegt wie das eigentlich in der schwarzen Szene so aussieht. Insgesamt würde ich wetten, dass auch in der schwarzen Szene zu einem großen Teil Musik von Typen gemacht wird. Aber das lässt sich ja abklären. Zwar kann ich das nicht für die komplette Szene überprüfen, aber warum nicht einfach mal einen Blick auf das Festival der Wahl werfen?? Also mal beim Amphi-Festival nachschauen, wer so spielt und wer bei den Acts so mitmacht.

Dabei gibt’s mehrere Probleme: die Zuordnung in zwei Geschlechter, die Kriterien für die Zuordnung, das Wissen wer bei welchem Act so dabei ist usw. Ich habe jeweils die Beschreibungsseite der Band, die Webseite der Band und/oder die Wikipediaseite der Band abgesucht um Anhaltspunkte zu finden. Je nachdem was ich gefunden habe, habe ich ein Geschlecht zugewiesen. Noch mal deutlich: Das Geschlecht der Personen, wurde von mir zugewiesen und muss mit der Realität nichts zu tun haben.

Nach meiner Zusammenstellung komme ich auf 108 Männer, 17 Frauen und drei oder vier Personen, die ich nicht zuordnen konnte. Bei angenommenen 129 Personen die auftreten kommen wir auf:

  • Männeranteil: 83%
  • Frauenanteil: 13%

Das könnte echt endlich mal besser werden…

Aufschlüsslung

Hier die genaue Aufschlüsslung. Bei Fehlern bitte verbessern.

Agonoize

  • Chris L. (m)
  • Mike J. (m)
  • Oli S. (m)

Alien Sex Fiend

  • Nic Wade (m)
  • Christine Wade (f)

A Life Divided

  • Auf dem Bild sind fünf Typen zu sehen

Atari Teenage Riot

  • Alec Empire (m)
  • Nic Endo (f)
  • CX KiDTRONiK (m)
  • Rowdy Superstar (m)

Christian von Aster

  • Christian von Aster (m)

DE/VISION

  • Steffen (m)
  • Thomas (m)

Marc Benecke

  • Marc Benecke (m)

Dunkelschön (Flash)

  • Vanessa (f)
  • Moni (f)
  • Michael (m)
  • Christian (m)
  • Nicolas (m)
  • André (m)
  • Berni (m)

Escape With Romeo

  • Thomas Elbern (m)
  • Martin Pott (m)
  • Frenzy (m)

FabrikC

  • FabrikC (Th. Berger) (m)

Faderhead

  • Faderhead (m)

Frozen Plasma

  • Felix Marc (m)
  • Vasi Vallis (m)

Funker Vogt

  • Jens Kästel (m)
  • Gerrit Thomas (m)
  • (René Dornbusch) (m)

Grendel

  • Mel Allezbleu (f)
  • S42H (Sascha Pniok) (m)
  • VLRK (JD Tucker) (m)

Phillip Boa & The Voodooclub

  • Phillip Boa (m)
  • Pia Lund (f)
  • Maik T. (m)
  • Moses Pellberg (m)
  • Toett (Detlef Götte) (m)
  • Oliver Klemm (m)

Solitary Experiments

  • Dennis Schober (m)
  • Michael Thielemann (m)
  • Steve Graeber (m)
  • Frank Glaßl (m)

Stahlmann

  • Mart (m)
  • Tobi (m)
  • AblaZ (m)
  • Niklas Kahl (m)

Suicide Commando

  • Johan Van Roy (m)

Tanzwut

  • Teufel (m)
  • Der Zwilling (m)
  • Martin Ukrasvan (m)
  • Shumon (m)
  • Pyro (m)
  • Thrymr (m)
  • Oually (m)

VNV Nation

  • Ronan Harris (m)
  • Mark Jackson (m)

Welle: Erdball

  • Hannes “Honey” Malecki (m)
  • Alf “A.L.F.” Behnsen (m)
  • Fräulein Venus (f)
  • Plastique (f)

Wesselsky

  • Alexander Wesselsky (m)

Xotox

  • Andreas Davids (m)

Alice Neve Fox

  • Elena Alice Fossi (f)
  • Kyoo Nam Rossi
  • Andrea Artusi (m)
  • Johannes Berthold (m)

Anne Clark

  • Anne Clark (f)

Ben Ivory

  • Ben Ivory (m)

Classic & Depeche

  • Lars Arnold (m)

Chrom

  • Christian Marquis (m)
  • Thomas Winters (m)

Diary of Dreams

  • Adrian Hates (m)
  • Gaun:A (m)
  • Dejan (m)
  • Torben Wendt (m)
  • Flex (m)

Die Form

  • Philippe Fichot (m)
  • Éliane P. (f)

Faun

  • Oliver Pade (m)
  • Niel Mitra (m)
  • Fiona Rüggeberg (f)
  • Rüdiger Maul (m)
  • Sonja Drakulich (f)
  • Stephan Groth (m)

Fields of the Nephilim

  • Carl McCoy (m)

Letzte Instanz

  • Holly (m)
  • Holly D. (m)
  • M. Stolz (m)
  • Benni Cellini (m)
  • Oli (m)
  • Michael Ende (m)
  • David Paetsch (m)

Icon of Coil

  • Andy LaPlegua (m)
  • Sebastian Komor (m)
  • Christian Lund (m)

Peter Heppner

  • Peter Heppner (m)

Oomph!

  • Dero Goi (m)
  • Andreas Crap (m)
  • Robert Flux (m)

Rosa+Crvx

  • Oliver Tarabo (m)
  • Claude Feeny (m)
  • Hugo Lafitte (m)
  • Benjamin Canu (m)
  • Bam
  • Rosa+Chordis
  • Juliette Bates (f)
  • Marianne Lachaux (f)

Santa Hates You

  • Peter (PS) Spilles (m)
  • Jinxy (f)

The Beauty of Gemina

  • Michael Sele (m)
  • Mac Vinzens (m)
  • David Vetsch (m)
  • Dennis Mungo (m)

Tyske Ludder

  • Claus Albers (m)
  • Olaf A. Reimers (m)
  • Ralf Homann (m)

Umbra et Imago

  • Mozart (m)
  • Freddy Stürze (m)
  • Sascha Danneberger (m)
  • Madeleine Le Roy (f)

X-RX

  • Pascal „Cyrex“ Beniesch (m)
  • Jan „Sine-x“ Teutloff (m)

Gothic-CC Musik IV

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Nach langer Zeit mal wieder ein wenig Musik auf die Ohren. Diesmal in der CC-Kiste: Post-Punk

Die niederländische Band Vandel hat sich unter großen Anstrengungen den Namen “Demo-EP” für ihre neue, bei Zorch Factory Records erschienene, Demo-EP ausgedacht. Die Stärke von Vanel liegt nicht bei der Namensgebung der Platte, sondern in der Musik. Auch wenn ich nicht immer von der Stimme von Marco van Delden überzeugt bin.

Zwar reicht die Band (noch) nicht an Vorbilder wie The Cure oder Joy Division heran, aber es bleibt: Schöne Musik unter Creative Commons BY-NC-ND.

Kleiner Werbeblock

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Gleich vorab, es handelt sich bei diesem Post um einen Werbepost. Mit diesem Post werde ich einen weiteren Monat blackVPN nutzen können und das kostenlos.

Ich habe jetzt einen Monat lang blackVPN genutzt und bin ziemlich zufrieden. Im Grunde mache ich damit zwei Sachen.

  1. Wenn mir Youtube sagt, dass ich das Video leider nicht schauen kann, weil GEMA und so, dann schalte ich das VPN ein. Denn dann wähle ich nicht von mir aus Youtube an, sondern mache einen kleinen Umweg über Litauen. Scheinbar scheint es die GEMA dort nicht zu geben und ich kann das Video schauen ;)

  2. Ich nutze Grooveshark sehr gern. Ein Musik-Streamingdienst, der sein Angebot nicht mehr für die BRD zur Verfügung stellt, wegen der Forderungen der… … GEMA. So sagt es zumindest Grooveshark. Hier gilt das gleiche Prinzip. Ich knipse das VPN an, habe eine litauische IP-Adresse und kann Grooveshark ohne Probleme benutzen. Ich kann es sogar nach dem ersten Laden der Seite wieder ausknipsen.

Das alles funktioniert auf allen meinen i-Devices (wenn diese sich nicht gerade selbst töten) und auf dem Mac. Soweit ich das sehen kann, geht es aber auf allen anderen Plattformen auch. Eigene Erfahrungen habe ich da nur mit einem Ubuntu, auf dem es auch ohne Probleme lief. BlackVPN stellt aber selbst sehr gute Anleitungen zum Einrichten bereit.

Der Spaß kostet aber Geld. In meinem Fall hat mich der eine Monat 5€ gekostet. Sollte ich die weiter übrig haben, ist es da für mich gut angelegt.

Outliner im Browser

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Ich bin eine der Personen, die für Informationen gern Outlines benutzt. Also das hierarchische Anordnen von Informationen, quasi eine Gliederung. Outliner haben den Vorteil, dass sie Informationen ausblenden können, indem Hierarchieebenen zugeklappt werden (folding). Für den Mac nutze ich als native App den OmniOutliner der OmniGroup, der nicht gerade günstig ist. Es gibt zum OmniOutliner aber eine Alternative, die im Browser lebt, damit crossplatform daher kommt. Workflowy ist ein Webdienst, der in seiner Basisfunktionalität kostenlos daher kommt und einiges richtig macht. Pro-Accounts lassen sich für 5$ im Monat kaufen und bringen noch ein paar Extras mit die ich nicht so brauche. Aber was gibt’s für kostenlos??

Outliner mit Shortcuts

Als Basis ist workflowy ein Outliner mit einem Theme, und es lässt sich zwischen zwei Schrifttypen wählen. Dazu gibt es Shortcuts. Damit lassen sich die meisten Sachen, wie das ein- und ausklappen mit der Tastatur machen. Eine Übersicht über die Shortcuts gibt’s hier: Die Liste der Shortcuts als Bild

Sharing

Einzelne Stränge lassen sich auch mit anderen Leuten teilen. Entweder (kostenfrei) über einen privaten Link, oder (pro only) nur an einzelne Mitglieder auf Basis der Mailadresse. Dabei kann bei der kostenlosen Variante noch eingestellt werden, ob von anderen auch editiert werden kann. Die Listen können auch als RichText oder PlainText exportiert werden. Damit ließen sich gesharte Listen leicht in den OmniOutliner übertragen.

Einschränkungen für nicht Pros

Folgende Einschränkungen müssen nicht-Pros hinnehmen:

  • Nur ein Theke
  • Nur zwei Font-Typen
  • Sharing nur per Privatlink
  • Es lassen sich pro Monat nur 250 Elemente erstellen

Ähnlich dem Modell von DropBox lassen sich diese 250 Elemente aufstocken, indem weitere NutzerInnen geworben werden. Wenn ihr also Interesse habt, dann folgt diesem Link. Dann bekomme ich pro Person noch mal 250 Elemente im Monat gutgeschrieben. Wenn ihr über den Link geht, dann bekommt auch ihr dafür gleich 250 Elemente gutgeschrieben :D

Halbnativ auf dem Mac

Workflowy lässt sich mittels Fluid für den Mac als quasi-Programm betreiben. Damit ist es dann kein Browser Tab mehr sondern ein eigenes Fenster. Das bringt einen weiteren Vorteil mit sich, denn Workflowy bringt social media und tracking mit. So werden beim Laden FaceBook-Connect und google Analytics mitgeladen. Wenn Workflowy in der Fluid-Box läuft, dann lassen sich – wenn gewollt – über Little Snitch unliebsame Verbindungen sperren.

re:claim Transparenz

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Es war wieder re:publica und ich habe ein wenig gemerkt, dass sie mich immer weniger interessiert. Das hat nicht unbedingt was mit der re:publica, den Talks oder den Leuten zu tun. Für mich hat es was damit zu tun, dass ich die re:publica seit gut einem Jahr für mich abgehakt habe, weil mir die Tickets zu teuer sind. Wenn ich das richtig mitbekommen habe fingen die bei 90€ an (bin mir da sehr unsicher, aber eigentlich ist es ja fast egal, ich habe es halt unter teuer abgespeichert). Dazu würden dann noch die Kosten für Anreise, Unterkunft und Verpflegung kommen. Ich würde grob überschlagen mindestens 300€ einplanen (müssen) denke ich.

Ein Freund von mir hat auf der re:publica gearbeitet und hat mir erzählt, dass es dort Freibier gab. Er beschwerte sich darüber, dass die, die sich die hohen Ticketpreise leisten könnten dafür nun auch noch mit Freigetränken belohnt würden. Eine Perspektive, die ich im ersten Moment geteilt habe und wohl auch weiter teilen werden. Auch wenn die Freigetränke dafür sorgen, dass die Kosten für den Aufenthalt auf der Konferenz insgesamt sinken.

Ich habe gerade einfach mal auf Twitter nachgefragt und @ihdl hat mich aufgeklärt:

@gendalus am zweiten abend gabs ne ganze zeit lang freigetränke von sipgate, am ersten abend gabs auch bier von nem andern sponsor (Link)

Auf der Webseite habe ich spontan keine Auskünfte darüber gefunden, wie sich die re:publica eigentlich finanziert, wie viel der Kosten eigentlich über die Ticketpreise reingeholt werden, wie viel Geld von Sponsoren kommt, welche Sponsoren vielleicht besonders stark an der Finanzierung beteiligt sind, usw. Was die Finanzierung angeht ist die re:publica eine Backbox. Und das obwohl wir doch immer Transparenz fordern. An dieser Stelle könnte die re:publica als Vorbild voran gehen und zeigen wie große Veranstaltungen transparent organisiert werden können. Wie auch das Engagement von Sponsoren transparent gemacht werden kann. Es könnte ein Experimentierfeld sein, auch mal im Vor- und Nachhinein zu diskutieren welche Priorität auf solchen Veranstaltungen herrschen. Ist es wichtiger mehr Geld in Infrastruktur zu stecken um zuverlässiges Netz zu bekommen, oder doch vielleicht mehr Geld in Freibier, oder mehr Geld um niedrigere und/oder sozial ausgestaltete Ticketpreise zu bekommen, oder umfassende Barrierefreiheit in den Talks… Das könnte dann transparent verhandelbar werden.

Also: Transparenz nicht nur von den anderen Fordern, sondern selber ausprobieren – re:claim Transparenz

Wir machen weiter mit Sexismus und Homophobie

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Endlich komme ich dazu den Brief And One’s an ihre Fans zu kommentieren.

Steve hat diesen Brief am 22. Juli schon veröffentlicht und versucht darin deutlich zu machen, warum And One nach dem dritten Konzert der Tour mit Unheilig die restlichen Termine der Tour abgesagt hat. Ich spare mir an dieser Stelle jeglichen Spott, jegliche Häme über die bittere Erkenntnis was es bedeutet mit dem Grafen aufzutreten.

Viel interessanter als die eigentliche Nachricht und die eigentliche Erkenntnis von Steve finde ich was er beiläufig zu Themen geschrieben hat, die mich hier und Adrian Lang hier beschäftigt haben. Denn Steve nimmt unter anderem Bezug auf den Titel Zerstörer:

“Den Kommerzvorwurf hatte ich am Anfang auch garnicht richtig verstanden, zumal ich mir sicher war, dass unsere Fans eigentlich am besten wissen müssten, dass eine Band, die “Deutscher sei Stolz” oder “Sieger ficken keine Tunten” singt, monatelang kein einziges Interview gibt, mit Armbinde auf der Bühne rumprollt  oder wie bei der letzten Platte nicht mal eine einzige Single auskoppelt wohl alles andere vorhat, als sich beim VIVA oder Radiopublikum einzuschleimen. Ich dachte, dass wäre allen klar!?” (Quelle)

Klar wird an der Stelle, dass wohl einige Sachen doch nicht so klar sind wie Steve denkt. Es scheint als würden Textpassagen wie “Sieger ficken keine Tunten” und “Deutscher sei Stolz” vor allem in den Texten auftauchen um zu provozieren. Um sich von VIVA- und Radiopublikum klar abzugrenzen. Und den Leuten in der Schwarzen Szene und den Fans müsste also klar sein, dass es nur Provokation ist, ein Spiel mit Tabus. Naja, dem scheint ja nicht so…

Aber gegen wen soll sich denn diese Provokation richten?? Mit was sollen denn provoziert werden?? Das VIVA- und Radiopublikum kann sich ja nur durch Aussagen provoziert fühlen, die seinem Einstellungs- und Normenset widerspricht. Da wäre die Möglichkeit, dass allein die Erwähnung von “Ficken” provozieren soll. Ganz ehrlich, wer auch im Mainstream fühlt sich denn heute noch wirklich provoziert, wenn irgendwo “Ficken” gesagt wird?? In einer Zeit in der es “Ficken” sogar als Getränk gibt. Ich will nicht sagen, dass sich niemand provoziert fühlen würde, aber das Gros der Leute reagiert auf “Ficken” wohl eher gelangweilt als schockiert… Übrig bleibt die Möglichkeit, dass die in “Sieger Ficken keine Tunten” deutlich werdende Homo-/Tuntophobie provozieren soll. Das würde dann bedeuten, dass das “Politisch Korrekte” Publikum von Radio und VIVA sich an Homophobie stören muss. Nun stimmt es zwar, dass immer häufiger, nach ausländerInnEn-, juden-, LGBTQ-, frauen-, usw.-feindlichen Witzen Menschen einschreiten und die Witze dann entschuldigt werden, dass es doch nur Humor sei, aber von einer “Politisch Korrekten” oder um es treffender zu sagen von einer respektvollen, offenen und toleranten Hegemonie sind wir ziemlich weit entfernt. Oder wo waren die großen Proteststürme wenn homophobe MusikerInnen wie Eminem, die “No-Homo”-Fraktion der US-Rapper, usw. bei VIVA oder im Radio vorkommen?? Ich kann mich nicht erinnern…

Im Gegenteil, soweit ich das sehen kann ist es noch immer hegemonial, dass Witze über so genannte Minderheiten gemacht werden, dass Homosexuelle u.a. bei Erbschaften, Lebenspartnerschaften und Steuern benachteiligt werden. Und während ich dies schreibe lese ich über Twitter, dass an eine Wand des Autonomen Schwulen-Trans*-Queer-Referats der Uni Gießen u.a. ein Hakenkreuz gesprüht wurde. Um es kurz zu machen: Homophobie, wenn auch nicht immer ganz offen, gibt es noch immer im Mainstream dieser Gesellschaft, der wohl mit VIVA- und Radiopublikum gemeint war. Konsequenterweise würde das bedeuten, dass sich eine Band die den Mainstream provozieren will nicht homophoben Zeugs bedienen, sondern dies kritisieren sollte. Das nackte Gesicht ihrer mainstreamigen Selbst zeigen, mit all der Intoleranz in den Köpfen dahinter. Chance vertan… So kichern nur die, die mit dem Text kein Problem haben und den Text “rebellisch” finden, was er nicht ist. Der Text eckt an, aber eben nicht bei dem VIVA- und Radiopublikum, sondern bei Leuten aus der Szene die ein Problem mit Homophobie haben… Und wenn das so der Fall ist, dann war es entweder Absicht, dass diese Leute getroffen werden oder handwerklich schlecht.

Und der normale Sexismus

Zum Abschluss noch zwei Zitate, der erste soll vergleichend erläutern, dass die richtigen Leute Sachen schon nicht falsch verstehen:

“Das fühlt sich an wie eine alte Ehe, wo der Mann der Frau hinterherruft “Wenn du aus der Küche zurückkommst, dann bring Bier mit, du dusselige Kuh!” und die Frau kichert ihn darauf mit nem süßen Blick an.” (Quelle: ebd.)

Es braucht wohl keine weitere Erläuterung. Und dass Steve ein ganzer Mann ist beweist er natürlich auch:

“Ich war wieder ganz der Alte und meine Batterien waren wieder voll aufgeladen. Mein Schatz hat dies in der selben Nacht noch zu spüren bekommen! Die Arme! Mittlerweile kann sie aber wieder gerade laufen ;) ” (Quelle: ebd.)

Insgesamt erklärt der Artikel vieles, auch Fragen die er sicher nicht beantworten wollte. Leider macht es das nicht besser…

Willkommen beim Amphi 2011

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Die Rahmendaten zuerst: vom 15. – 17. Juli 2011 war ich im Rahmen des Amphi-Fesitval 2011 unterwegs, Freitag früh hin und Sonntagnacht zurückgefahren. Im Folgenden dazu wie es mir gefallen hat und was so los war. Am Ende das was ich in der Besucherumfrage angegeben habe.

Das Line-Up

Das Line-Up kann ich kurz machen gefiel mir ziemlich gut. Nitzer Ebb, Samsas Traum, Die Krupps, Agonoize usw. Meinen Geschmack hat es getroffen, die meisten Auftritte waren super. Highlight dabei war für mich, dass am Ende des Auftritts von Nitzer Ebb die Krupps mit auf die Bühne kamen und zusammen performed haben. Dazu auch das Video (solang Youtube das ganze im Netz lässt)

Das Drumherum

Wir sind früh angereist und sind dann halb vier (eine halbe Stunde vor Öffnung des Camping-Platzes) zum Campingplatz hin und standen in der Schlange. Um vier ging es los, die Abfertigung war schnell und Problemlos. Schnell wurde ein Platz zugewiesen, die Leute haben sich gegenseitig geholfen (danke für die Luftpumpe, denn in der Hitze von Lunge aus aufpusten war echt anstrengend). Was nicht so klasse war, war dass das ganze in der brütenden Hitze war, Schlange stehen und alles. Ein wenig Schatten wäre für Schwarztragende in der prallen Sonne doch ganz gut. Ob der gelandete ADAC-Hubschrauber wirklich eine bewusstlose Person abgeholt hat kann ich dabei nicht sagen. Grundsätzlich klappe es aber viel besser als letztes Jahr beim Mera Luna.

Der Tanzbrunnen war zwar doch recht weit weg vom Campingplatz, aber der Tanzbrunnen ist als Location ziemlich cool. Die Mainstage mit Schattenspender und “Regenüberdachung”, das Staatenhaus mit Café und Bühne und das Theater mit dem Vortragssaal ist schön, dazu gibt es Verkaufsstände in einem Ring um den Brunnen in der Mitte angeordnet. Sehr fein. Insgesamt war es zwar schon recht voll, vor allem Abends vor der Mainstage oder im Staatenhaus, aber es ging echt noch, auch wenn das aus der Menge rauskommen während der Lakaien schwierig war, weil es regnete und die Leute sich einfach unter die Schirme drängten. Nicht so gut war die Belüftung im Staatenhaus. Bei Covenant fiel das Atmen schwer und mit Asthma wäre ich wohl verloren gewesen. Was ich mir von einer Asthmatikerin habe bestätigen lassen. Gute körperliche Verfassung war da leider Grundvorraussetzung.

Als Verpflegung gabe es Verschiedenes. Asianudeln, Pizza, Krustenbraten, Steaks, Reibekuchen (Kartoffelpuffer), Hamburger usw. Soweit ich sehen konnte war auch für die vegetarische Ernährung einiges dabei. Vegan würde ich sagen gab es nichts, aber ich lasse mich eines besseren belehren. An Getränken gab es von Kölsch bis Met einiges. Auch nichtalkoholisches. Leider lassen sich keine Getränke oder so mit auf das Gelände nehmen. Die VeranstalterInnen versuchen das wohl mit dem Tanzbrunnen rauszuhandeln, aber das klappte bisher nicht. Der Effekt, dass die Preise aufgrund mangelnder Verluste durch mitgebrachte Getränke niedriger wären war leider falsch von mir gedacht. Leider ist es eher so, dass die mangelnde Konkurrenz dazu geführt hat, dass die Preise hoch waren.

Reden wir doch mal über Geld

Im Anschluss an nrrrdz000007 werde ich mal ein wenig über Geld reden. Die Tickets haben für ein Wochenende 56€ + Gebühren gekostet. Dazu kommen noch mal 18€ für das Camping. Also Minimum 74€ als Grundpreis. Google Maps sagt, wir wäre 148 Kilometer hingefahren, bei einem Verbrauch von durchschnittlich 6 Litern Diesel und einem Dieselpreis von 1,45€/L macht das auf zwei Personen pro Person noch mal 12,90€ für die Anreise mit 4€ Parkgebühren für das Wochenende. Also 86,90€ bisher, noch ohne jegliche Verpflegung.

Die Preise auf dem Festivalgelände, auf was keine Getränke oder Essen mitgebracht werden durfte waren eine Frechheit… Das 0,5L Bier kostete 4€ + 50 Cent Becherpfand. Wenn ich mich richtig erinnere gabe es kein Getränk unter 3,50€ zu kaufen. Das einzige was es als Alternative gab war ein Wasserspender, an dem sich Leitungswasser kostenlos geholt werden konnte. Cocktails schlugen gleich mit 7,50€ zu Buche. Ähnlich sah es beim Essen aus. Eine kleine (keine Minipizza, aber kleiner als die im Supermarkt) Pizza mit Schinken oder Salami 7,50€, die Magharita etwas günstiger, der Krustenbraten im Brötchen, wahlweise mit Kraut, 5€. In dem Rahmen lag auch der Rest. Ich weiß zwar, dass sich das ganze auch finanzieren lassen muss, aber was eindeutig für mich ist, ist dass hier einfach Menschen mit geringem Einkommen klar das Nachsehen haben und Nachsehen kann dann eben heißen, dass sie nicht kommen können oder sich, wenn sie es hin schaffen, nichts zu Essen holen können.

Ich möchte dazu einen Vergleich anstellen. So sind im Hatz IV Regelsatz (Quelle) für “Freizeit, Unterhaltung, Kultur” 38,71€ eingeplant. Um die Tickets für das Wochenende und Zelten (weil günstiger), unter der Vorraussetzung, dass ein Zelt schon vorhanden ist, finanzieren zu können muss eine Person im ALG II zwei Monat fast komplett auf alle Ausgaben für ”Freizeit, Unterhaltung, Kultur” verzichten. Dazu dann der Anteil für “Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren” mit 132,71€, also bei einer/einem NichtraucherIn in einem 30-Tagemonat 4,40€ am Tag für ”Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren” heißt, dass es nicht einmal für ein Bier (mit Pfand) reicht, wenn der komplette Tagessatz für Ernährung aufgebracht wird. Und selbst ohne Getränk reicht es kaum um überhaupt was zu Essen zu bekommen… Das einzige was bliebe wäre dann der gut 45 Minuten dauernde Fußweg zum Campingplatz und zurück, wenn der Hunger kommt. Da ist dann mindestens eine Band verpasst… Oder sich das Essen vom Mund absparen.

Solche Preise nehmen in Kauf, dass sie viele Menschen ausschließen, die es sich nicht leisten können. Das gilt dabei genau so für den Niedriglohnbereich. Und die Rechnung ist ohne die auch nicht günstigen Szene-Klamotten.

Mit den gut 100€ die ich für das Ticket für die Warm-Up-Party, Verpflegung außerhalb und innerhalb des Festivalgeländes (20 € für ein T-Shirt) ausgegeben habe komme ich also auf 190,90€ insgesamt. Ein stolzer Preis für ein Wochenende…

Was es wieder schwer macht

Was es mir wieder schwer macht, das Festival genießen zu können sind nicht nur, dass es wie immer einige gibt, die keine Rücksicht auf andere nehmen usw., sondern sind beschissene Sachen wie, dass HONEY von Welle:Erdball alle Sachen die er scheiße findet als “schwul” bezeichnet. So bei seinem Vortrag zu C64 Pornographic Art wo er von “schulen PCs” redet oder bei seinem Auftritt mit der Funkhausgruppe bei dem er sich über den “schwulen Mikrofonständer” beschwert… Und da er sowas auf dem Welle:Erdball Konzert in Marburg auch schon gebracht hat gehe ich mal davon aus, dass es wohl zu seinem normalen Sprachgebrauch gehört… Um es klar zu sagen: HONEY diese homophobe Kackscheiße die du da abziehst ist zum Kotzen und hat mit den Ansprüchen der Szene halt mal nichts zu tun… Und das die Frau auf der Bühne fragen, ob sie beim C64 spiel schlecht abgeschnitten hätte, weil sie doch bestimmt Hetero ist und deswegen die Frau, die im Spiel “befriedigt” werden musste, “nicht so gut befriedigen” konnte wie die beiden Kerle?? WTF?? Das ist nicht mal ein niveauloser Kalauer…

Zu den Ausfällen von HONEY kam noch Mark Benecke, der einen unterhaltsamen Vortrag abgeliefert hat, aber dabei auch nicht auf frauenfeindliche Sprüche à la Mario Barth verzichten konnte… Auch dir ein ungläubiges WTF?? Meint ihr, dass so der Umgang in der Szene aussehen soll?? Mit so einem Verhalten macht ihr es einigen Leuten nicht nur schwer sich in der Szene wohl zu fühlen…  Zum Kotzen…

Neues vom Moshpit

Ich habe ja schon einmal über meine Eindrücke zu Moshpits geschrieben, es gibt aber auch neue. Im Nitzer Ebb Video ist ja ganz gut zu sehen wie es zuging. Eigentlich standen wir gut 10 Meter weit weg vom Moshpit, weil wir nicht in der Nähe stehen wollten. Weit gefehlt. Als es uns zum ersten Mal fast umgehauen hätte hieß es von einer beteiligten Frau “Willkommen bei Nitzer Ebb”. Interessant war, wie ausgelassen sich die Männer (es waren wieder ca. 90% Männer im Moshpit) in den Armen lagen, sich zum teil auf den Kopf oder so küssten und miteinander umgingen als wären sie schon immer die besten Freunde gewesen. Es machte zum einen den Eindruck, dass so ein Moshpit ist wie eine verabredete Schlägerei von Hooligan-Gruppen ist, die ja scheinbar auch eine unglaubliche Befriedigung zu empfinden scheinen, wenn sie sich gegenseitig angehen können. Zum anderen hatte es was von Fußballfans, die sich aus Freude in den Armen liegen sich küssen usw., über jeglichen Verdacht der Homoerotik hinweg.
Leider diesmal auch wieder dabei, Leute die ich schon öfter gesehen habe, die einfach Leute vor lauter Moshpit in andere, die nicht mitmachen wollen reinschieben, ohne jegliche Rücksicht auf Verluste…

Zum Schluss der Auswertungsbogen für das Festival

 

Welche beiden Bands haben Dir am besten gefallen ?

Nitzer Ebb

Samsas Traum

 

Welche beiden Bands haben Dir am wenigsten gefallen ?

Saltatio Mortis

Subway to Sally

 

Was hat Dir beim Amphi Festival 2011 besonders gut gefallen (in Stichworten) ?

die Stimmung, das LineUp, die Location

 

Was hat Dir beim Amphi Festival 2011 nicht gefallen (in Stichworten) ?

sexistische Kommentare von Mark Benecke, Schwulenfeindliche Kommentare von HONEY, die Preise

 

Was hast Du beim Amphi Festival 2011 vermisst (in Stichworten) ?

die Nähe von Location und Camping-Platz

 

Bitte beurteile mit Schulnoten (1 = sehr gut bis 6 = ungenügend):

Festival insgesamt 2

Bandauswahl 1

Bühnenprogramm im Theater 3

Aftershowparties im Theater 3

Café im Staatenhaus 2

Zeltplatz (Jugendpark) 2

Qualität des gastronomischen Angebotes 2

Preise des gastronomischen Angebotes 6

Einlass-Situation / Bändchenumtausch 1

Toiletten (Anzahl/Qualität) 2

Unsere Festival Website 2

Security 1

Festivalmerchandise 2

 

Zum nächsten Amphi Festival 2012 kommst Du ?

wahrscheinlich wieder

 

Wo informierst Du Dich über das Amphi Festival? (Mehrfachnennungen möglich)

Webseite

 

Welche Festivals hast Du 2011 bereits besucht und welche Festivals besuchst Du 2011 noch?

Sonstiges – Neuwerkfestival

 

Welche Bands würdest Du gerne beim Amphi Festival 2012 sehen ?

Reaper

Spetznaz

Fetisch Mensch

Lacrimosa

Crüxshadows

 

“Mein Ekel lässt mich alle Männer hassen”

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Mit Mein Eigentliches Element (Amazon-Link) hat Grausame Töchter ihr erstes Album veröffentlicht. Mit einer Mischung aus Electro, EBM, Noize, Industrial und Punk deckt Grausame Töchter ein relativ breites musikalisches Spektrum ab. Im Mittelpunkt steht dabei Aranea Peel, ihre Texte und ihr Gesang. Dabei stellt die Musik einen Kontrast dar zu üblichen Klischees der Szene, Frauen wären nur Mäuschen die “musikalische Streicheleinheiten” bekommen müssten (wie And One zu berichten wissen) oder dass wirklich hart nicht Männer sein können (und eigentlich auch sein müssen). Denn Aranea Peel ist Jungdomina (Link ist NSFW) und verarbeitet BDSM auch in ihren Texten, in der Musik und im Auftreten auf der Bühne (wobei ich noch keinen Auftritt gesehen habe).

Dabei sind die Texte wie zu erwarten hart, obszön und machen deutlich wer die Lack-Hosen an hat. Denn an ihrem Herrschaftsanspruch lässt Aranea Peel keinen Zweifel. Es bleibt aber nicht bei dem Klischee, dass das Herrschaftsverhältnis spielerisch herumgedreht wird. Denn in Bis das Blut fließt offenbart sich Aranea Peel mit den Worten “Mein Ekel lässt mich alle Männer hassen, nur Mädchen dürfen mich anfassen” als lesbisch.
Den Hass auf Männer relativiert sie aber in einem Interview mit Cyber-Angels.nl in dem sie schildert, dass sie mit Männer zwar keinen Sex hat, aber BDSM mit sehr unterwürfigen und masochistischen Männern in Frage kommt. Was bei ihrem Beruf sicher von Vorteil ist…

Interessant finde ich den Kommentar:

“I am for radical emancipation and as well for radical sexualisation.It’s not liked by traditional men nor by feminists.” (Interview)

Denn bisher weiß ich nicht was ich davon halten soll, was hinter einer radikalen Sexualisierung stecken soll… Wäre sicher interessant zu erfahren. Gerade die Frage danach was sexualisierte Frauen sein sollen wird leider auch nicht deutlich, wenn Zillo dem Label Dark Dimensions in den Mund legt: “Die Band sei ein Sprachrohr für selbstbewusste und sexualisierte Frauen der Schwarzen Szene […]” (Quelle)

Dark Dimensions schreiben auf ihrer Webseite: ” “Grausame Töchter” ist ein böser grenzüberschreitender Trip in den Abgrund der eigenen Seele, in die eigene dunkle Lust und Gier; ein Trip der alle Tabus und Konventionen über Bord wirft.” Tabus werden durch die Band zwar auf alle Fälle gebrochen, stereotype Konventionen der BDSM nicht durchbrochen werden. Herrschaft und Unterwerfung scheinen absolut. BDSM wird nicht als eine (kritische) Auseinandersetzung mit Herrschaft gesehen sondern scheint ausschließlich praktiziert. Anregungen um über Macht in (queerem) BDSM nachzudenken gab Robin Bauer, der bei der Veranstaltungsreihe “Sex.MACHT!Spaß?” einen Vortrag zu dem Thema gehalten hat. Zu finden beim femarchiv potsdam.

Alles in allem ist die Platte Mein Eigentliches Element eine Empfehlung für FreundInnEN der elektronischen Musik, die von Mackerrumgeprolle à la And One genug haben. Ich warte weiter auf mehr davon.

Deutsche Waffen gegen Aufstände

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Da in der TAZ ein Artikel erschienen ist, nachdem die deutschen Rüstungsexporte wohl nicht von der Krise betroffen sind habe ich mal geschaut, was die Rüstungsexportberichte der Bundesregierung so machen. Mittlerweile sind sie bis zum Jahr 2009 zugänglich. Und da Muammar al-Gaddafi ja noch immer dabei ist die libysche Bevölkerung zusammen zu schießen habe ich mal geschaut was Gaddafi denn so für Rüstungslieferungen aus der BRD bekommt. Dabei habe ich auch gleich einen Blick auf Tunesien und Ägypten geworfen. Dargestellt werden hier nur die Zahlen von 2005-2009.

Ägypten

Die Zahlen für Ägypten:

Ägypten Anzahl d. Genehmigungen Veränderung Gesamtwert in € Veränderung
2005 30 8.394.884
2006 30 + 0,00 % 16.275.488 + 93,87 %
2007 55 + 83,33 % 15.123.902 - 7,08 %
2008 41 - 25,45 % 33.590.337 + 122,1 %
2009 44 + 7,32 % 77.535.778 + 130,83 %

Oder als Grafik:

Rüstungsexporte nach Ägypten

Diagramm unter CC BY-NC-SA 3.0

Was da 2009 so verkauft wurde:

A0011 - Kommunikationsausrüstung und Teile für Kommunikationsausrüstung, Breitbandpeiler (machte 67,0 % des Gesamtvolumens);

A0006 - Teile für Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Landfahrzeuge (machte 25,6 % des Gesamtvolumens)

Libyen

Die Zahlen für Libyen:

Libyen Anzahl d. Genehmigungen Veränderung Gesamtwert in € Veränderung
2005 1 305.311
2006 2 + 100 % 1.995.385 + 553,56 %
2007 4 + 100 % 23.844.875 + 1095 %
2008 8 + 100 % 4.182.317 - 82,46 %
2009 7 - 12,5 % 53.154.423 + 1170,93 %

Oder als Grafik:

Rüstungsexporte nach Libyen

Diagramm unter CC BY-NC-SA 3.0

Was da 2009 so verkauft wurde:

A0011 - Kommunikationsausrüstung, Störsender und Teile für Kommunikationsausrüstung (machte 81,4 % des Gesamtvolumens)

Tunesien

Die Zahlen für Tunesien:

Tunesien Anzahl d. Genehmigungen Veränderung Gesamtwert in € Veränderung
2005 4 33.000.592
2006 8 + 100 % 64.001 - 99,81 %
2007 3 - 62,5 % 263.777 + 312,15 %
2008 6 + 100 % 69.284 - 73,73 %
2009 5 - 16,67 % 3.123.481 + 4408,23 %

Oder als Grafik:

Rüstungsexporte nach Tunesien

Diagramm unter CC BY-NC-SA 3.0

Was da 2009 so verkauft wurde:

A0006  - “Lkw und Teile für Landfahrzeuge” (machte 94,5 % des Gesamtvolumens)

Alles in allem…

Alles in allem ist es auch hier interessant, dass mit Regimen Rüstungsgeschäfte gemacht werden, die ganz plötzlich als unterdrückerisch gesehen werden. Und ja es ist logisch folgerichtig, dass Regime, die als legitim angesehen werden, auch mit Waffen versorgt werden können – es würde ja sonst einen Zweifel an der Zuverlässigkeit/Legitimität des jeweiligen Regimes bedeuten. Es spricht aber dann dafür die eigene Einstellung zu internationalem Waffenhandel generell zu überdenken. Denn erst wenn keine Waffen verschoben werden, werden – zumindest von der BRD – nicht die “falschen” beliefert.

Die Quellen der Daten (die jeweiligen Rüstungsexportberichte) sind beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie zu finden. Sie sind dort über die Suche zu finden.

Ach And One, wtf

2 Comments

Eine neue Platte von And One ist da. Zerstörer (Amazon-Link) heißt das “gute” Stück und ist eine EP mit 8 Titeln. Dabei auch zwei Versionen der Military Fashion Show.

Worum es mir aber eigentlich geht, ist das Lied Zerstörer an sich. Musikalisch gefällt es mir ziemlich gut. Super Beat. Gut tanzbar. Aber dann geballt im Text all das was ich an And One eben nicht ausstehen kann. Zum einen ist da diese Deutschtümelei, die immer wieder durch kommt. “Deutsche Liebe, gute Liebe” ist der zentrale Refrain. “Stoß um Stoß, vom Scheitel bis zum Schoß, lassen wir die Männer los”. Worauf will die Band mit den Textzeilen raus?? Das mit der deutschen Liebe schließt an das “Deutsch”-Motiv an, was in And One Texten immer wieder auftaucht. So heißt es in Steine sind Steine “Sei Stolz, Deutscher sei Stolz”, gepaart mit “Erst kommt Stolz, dann kommt dein Land. Steine sind Steine, alle an die Wand”. Unbehagen ist das netteste was ich empfinde, wenn der Song auf Partys läuft und die Menge anfängt sich bei dem Song abzufeiern. Grauenhaft.
Und dann noch das Stoß-Bild, was zwar offensichtlich einen sexuellen Hintergrund haben soll, mich aber vor “vom Scheitel bis zum Schoß” an den Spruch “Jeder Stoß ein Franzos” aus dem ersten Weltkrieg erinnert hat.

Da das nicht zu reichen scheint, gibt es dann noch die Passage “Alles Gute kommt von unten, Sieger ficken keine Tunten“. W T F ?? “Sieger” ficken was also?? Nicht-tuntige Typen?? Naja ließe ja noch die Möglichkeit, dass nicht-tuntige Typen als Zufickende in Betracht kommen. Damit wäre es also keine allumfassende Abwehr von Homoerotik (ich unterstelle hier auf Grund der Texte von And One und deren Inszenierung von Männlichkeit, dass Sieger hier als männlich verstanden werden müssen) mehr, sondern ausschließlich die Abwehr von Tuntigkeit (wobei ich es für unwahrscheinlich halte, dass das so von der Bedeutung her intendiert ist, ich glaube viel eher, dass Tuntigkeit hier mit Schwul-Sein gleichgesetzt wird). Wenn der Text sich nicht gegen Homoerotik, sondern gegen Tuntigkeit richtet, dürfte damit eine Weiblichkeitsabwehr stattfinden, also eine Reinwaschung von Männlichkeit von störenden, als unmännlich konnotierten Verhaltensweisen.
Was ist es also, was And One da betreiben?? Männlichkeitskult oder platte Homophobie?? Fast egal, beides sexistische Kackscheiße.

Und was sagen die Reviews so dazu?? Alternativmusik.de schreibt dazu:

“Was wie ein harmloses tanzbares And One-Stück anmutet, wird durch Zeilen wie „Sieger ficken keine Tunten“ und „Deutsche Liebe – gute Liebe“ verstörend.”

Bei opusultimum wird der Text als frech bezeichnet, der den einen oder anderen verärgern wird. Bei Klangwelt heißt es wiederum:

“Ein auf die Livedarbietung geeichter Song mit Lyrics, die – je nach Standpunkt – als witzig, giftig oder geschmacklos empfunden werden.”

Geschmacklos ist eines der Worte dir mir da einfallen würden, eines der netteren…

In der Hoffnung, dass And One diesen Scheiß lassen oder es sich mal jemand für QBM findet schließe ich mit And One aus Deutschmaschine:

“Ob Kreml oder Weisses Haus
Zieht uns den Stecker raus” (Quelle)

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